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Heim - Trending Magazines > Lebensstil > Ronald Miehling: Leben, Drogenkarriere und Tod des Hamburger „Schneekönigs“
Lebensstil

Ronald Miehling: Leben, Drogenkarriere und Tod des Hamburger „Schneekönigs“

Katharina Richter
Last updated: August 30, 2026 12:05 pm
Katharina Richter 14 Min Read
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ronald miehling

Ronald Miehling war ein deutscher Straftäter und Kokainhändler, der unter den Spitznamen „Blacky“ und „Schneekönig“ bundesweit bekannt wurde. Vor allem Ende der 1980er- und Anfang der 1990er-Jahre spielte er eine bedeutende Rolle im Hamburger Kokainmilieu. Seine Kontakte nach Südamerika, spektakuläre Fluchten, langjährige Haftstrafen und seine spätere mediale Selbstdarstellung machten ihn zu einer der bekanntesten Figuren der deutschen Kriminalgeschichte dieser Zeit.

Contents
Wer war Ronald Miehling?Vom ersten Gefängnisaufenthalt zum Hamburger KokainhandelFlucht nach Kolumbien und Festnahme in VenezuelaErneute Festnahme 2005 und weitere Jahre im GefängnisWarum wurde Ronald Miehling „Schneekönig“ genannt?„Der Schneekönig“: Die Dokumentation über Ronald MiehlingWas machte Ronald Miehling nach seiner letzten Haftentlassung?Ronald Miehlings Tod: Woran starb der „Schneekönig“?Frequently Asked QuestionsConclusion

Miehling wurde am 12. Juli 1950 in Hamburg geboren und starb am 1. November 2022 im Alter von 72 Jahren. Anders als manche Suchergebnisse vermuten lassen, gibt es deshalb heute keine neue kriminelle Karriere oder aktuelle Geschäftstätigkeit von Ronald Miehling. Wer nach ihm sucht, sucht vor allem Informationen über sein Leben, seine Verurteilungen, den Namen „Schneekönig“, seine Biografie und seinen

Wer war Ronald Miehling?

Ronald Lothar Miehling stammte aus Hamburg und wuchs als Sohn eines Polizisten auf. Sein Lebensweg entwickelte sich allerdings früh in eine völlig andere Richtung. Bereits als junger Mann geriet er mit dem Gesetz in Konflikt. Mit 18 Jahren saß er wegen schweren Raubes erstmals im Gefängnis.

Später bewegte sich Miehling im Hamburger Rotlicht- und Unterweltmilieu. Berichte und die NDR-Dokumentation über sein Leben beschreiben Stationen als Geldeintreiber und Zuhälter, bevor insbesondere der Kokainhandel zu seinem wichtigsten kriminellen Geschäft wurde. Ende der 1980er-Jahre gehörte er nach zeitgenössischen Darstellungen zu den einflussreichen Kokainhändlern Hamburgs.

Eine nüchterne Einordnung ist dabei wichtig. Miehling wurde in späteren Medienberichten teilweise als „Drogenboss“, „Kokskönig“ oder sogar als deutscher Gegenpart zu internationalen Drogenbaronen inszeniert. Solche Begriffe sind journalistische Zuschreibungen und keine amtlichen Titel. Gesichert sind dagegen seine langjährige Tätigkeit im Kokainhandel, seine strafrechtlichen Verurteilungen und die langen Haftzeiten.

MerkmalGesicherte Einordnung
Vollständiger NameRonald Lothar Miehling
Spitzname„Blacky“
Bekannt als„Schneekönig“
Geboren12. Juli 1950 in Hamburg
Bekannt geworden durchKokainhandel und Hamburger Unterwelt
BuchSchneekönig: Mein Leben als Drogenboss
DokumentarfilmDer Schneekönig
Letzte Haftentlassung2016
Gestorben1. November 2022
Alter beim Tod72 Jahre

Vom ersten Gefängnisaufenthalt zum Hamburger Kokainhandel

Miehlings kriminelle Vergangenheit begann Jahrzehnte vor seiner Bekanntheit als „Schneekönig“. 1968 kam er im Alter von 18 Jahren wegen schweren Raubes erstmals in Haft. Einen besonders schwerwiegenden Einschnitt stellte ein Fall aus dem Jahr 1978 dar: Bei einem Einbruch in Jesteburg kam ein Fleischgroßhändler ums Leben. Miehling und ein Komplize mussten sich deshalb vor Gericht verantworten. Das Landgericht Stade verurteilte Miehling 1980 zu zehn Jahren Freiheitsstrafe wegen fahrlässiger Tötung. Der Fall war zuvor auch Gegenstand von „Aktenzeichen XY … ungelöst“.

Nach seiner Entlassung verlagerte sich sein krimineller Schwerpunkt zunehmend auf Kokain. Miehling bewegte sich im Hamburger Nachtleben und baute Kontakte in die internationale Drogenszene auf. Besonders wichtig waren Verbindungen nach Südamerika.

Der NDR beschreibt ihn für das Ende der 1980er-Jahre als einen der bedeutenden Kokainhändler Hamburgs. Sein Netzwerk reichte nach Kolumbien, während das Rauschgift über internationale Transportwege nach Europa gelangte. Gleichzeitig pflegte Miehling einen öffentlichkeitswirksamen luxuriösen Lebensstil, der später erheblich zur Legendenbildung um seine Person beitrug.

Gerade dieser Teil seiner Geschichte wird in Rückblicken häufig romantisiert. Hinter Geschichten über schnelle Autos, teure Reisen und Partys stand jedoch organisierter Handel mit einer illegalen Droge sowie eine Kriminalität, die Miehling letztlich einen erheblichen Teil seines Erwachsenenlebens im Gefängnis verbringen ließ.

Flucht nach Kolumbien und Festnahme in Venezuela

Als die Ermittlungsbehörden Miehling zunehmend ins Visier nahmen, setzte er sich Anfang der 1990er-Jahre nach Südamerika ab. 1992 floh er nach Kolumbien. 1994 wurde er in Venezuela festgenommen.

Diese beiden Daten werden in kurzen Biografien gelegentlich miteinander vermischt. Die Festnahme im Jahr 1994 bedeutete außerdem noch nicht, dass damals bereits das spätere deutsche Urteil ergangen war.

Nach seiner Auslieferung nach Deutschland wurde Miehling 1996 wegen Drogenhandels zu zwölf Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Auch der Rowohlt Verlag nennt in seiner Autorenbiografie ausdrücklich das Jahr 1996 und die Strafe von zwölfeinhalb Jahren.

Die Haft verbüßte er unter anderem in Hamburg. 2003 wurde er vorzeitig entlassen.

Damit hätte seine Geschichte als großer Kokainhändler enden können. Tatsächlich folgte jedoch nur wenige Jahre später ein weiterer großer Drogenfall.

Erneute Festnahme 2005 und weitere Jahre im Gefängnis

Im November 2005 wurde Ronald Miehling erneut in Hamburg festgenommen. Zu diesem Zeitpunkt ermittelten das Bundeskriminalamt und Hamburger Rauschgiftfahnder gegen ein international arbeitendes Netzwerk, das Kokain aus Kolumbien nach Europa transportieren sollte.

Zeitgenössische Berichte dokumentieren unter anderem eine Lieferung von elf Kilogramm Kokain, die über einen Frachter nach Antwerpen gelangte und anschließend weitertransportiert werden sollte. Bereits zuvor waren weitere für das Netzwerk relevante Drogenlieferungen sichergestellt worden.

Im späteren Verfahren ging es nach Gerichtsberichten um mehrere Fälle und eine deutlich größere Gesamtmenge. Das Landgericht Hamburg verurteilte Miehling zu sieben Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe. Hinzu kam eine noch offene Reststrafe aus seiner vorherigen Verurteilung.

Insgesamt verbrachte Miehling damit einen beträchtlichen Teil seines Lebens hinter Gittern. Zahlen zur gesamten Haftdauer unterscheiden sich je nachdem, zu welchem Zeitpunkt sie veröffentlicht wurden. Während ältere Berichte von mehr als 20 oder rund 25 Jahren sprechen, nannten spätere Darstellungen mehr als 30 Jahre. Entscheidend ist deshalb, solche Angaben nicht ohne zeitlichen Kontext miteinander zu vermischen.

Seine letzte längere Haftzeit endete im Oktober 2016. Damals kam der 66-Jährige nach fast elf Jahren dieser Haftphase wieder frei.

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Warum wurde Ronald Miehling „Schneekönig“ genannt?

Der Name „Schneekönig“ bezog sich auf Miehlings Kokainhandel. „Schnee“ beziehungsweise „Koks“ sind umgangssprachliche Bezeichnungen für Kokain. Aus dem zunächst medial und im Milieu verwendeten Spitznamen wurde später praktisch eine persönliche Marke.

Miehling selbst nutzte diese Bekanntheit nach seinen Verurteilungen weiter. Besonders deutlich wird das an seinem Buch „Schneekönig: Mein Leben als Drogenboss“.

Bei dessen Erscheinungsjahr lohnt sich eine genauere Unterscheidung: Die Originalausgabe erschien 2003 bei Rowohlt Berlin und entstand unter Mitwirkung des bekannten Journalisten und Reiseschriftstellers Helge Timmerberg. Die heute ebenfalls häufig aufgeführte Taschenbuchausgabe erschien am 2. August 2004. Deshalb finden sich online sowohl 2003 als auch 2004 als Erscheinungsjahr – beide Angaben können je nach gemeinter Ausgabe korrekt sein.

Das Buch ist eine autobiografische Darstellung. Für die historische Einordnung bedeutet das: Miehlings Schilderungen sind eine wichtige Quelle für seine eigene Sicht auf das Milieu, sollten aber nicht automatisch mit unabhängig festgestellten Tatsachen gleichgesetzt werden.

„Der Schneekönig“: Die Dokumentation über Ronald Miehling

Noch bekannter wurde Miehlings Geschichte durch den Dokumentarfilm „Der Schneekönig“ von Johannes Edelhoff und Timo Großpietsch.

Die Filmemacher begleiteten ihn über einen längeren Zeitraum während des offenen Vollzugs. Zu sehen sind unter anderem seine Freigänge, Begegnungen mit früheren Bekannten und sein Versuch, sich auf ein Leben außerhalb des Gefängnisses einzustellen. Nicht nur Miehling selbst kommt zu Wort: Auch Freunde, frühere Weggefährten sowie Beamte von LKA und BKA ordnen Teile seiner Geschichte ein.

Der 72 Minuten lange Film entstand 2012 und wurde am 5. Oktober 2012 beim Filmfest Hamburg uraufgeführt. Produziert wurde er für den Norddeutschen Rundfunk. Spätere Fernsehausstrahlungen und Online-Veröffentlichungen erklären, warum in Suchergebnissen teilweise jüngere Jahreszahlen mit der Dokumentation verbunden werden. Die Produktion selbst stammt jedoch aus dem Jahr 2012.

Der Film ist für die Einordnung Miehlings besonders interessant, weil er die Spannung zwischen Selbstinszenierung und tatsächlichen Konsequenzen seines Lebens sichtbar macht: Einerseits präsentiert Miehling die Geschichten aus seiner Vergangenheit ausgesprochen selbstbewusst, andererseits zeigt die Dokumentation einen Mann, der Jahrzehnte seines Lebens in Haft verbracht hat und sich im höheren Alter erneut mit Resozialisierung beschäftigen musste.

Was machte Ronald Miehling nach seiner letzten Haftentlassung?

Nach seiner Entlassung 2016 blieb Miehling zumindest zeitweise eine öffentliche Figur. Medien berichteten über verschiedene Projekte, darunter ein eigenes Modelabel unter dem Namen „Schneekönig“. Er beschäftigte sich zudem mit weiteren Buchideen und trat zeitweise bei Veranstaltungen beziehungsweise auf der Bühne auf.

Berichte erwähnen außerdem Aktivitäten, bei denen er Jugendliche vor den Gefahren von Drogen warnen wollte. Diese Phase sollte jedoch nicht so dargestellt werden, als habe sie seine frühere Kriminalität rückwirkend aufgehoben. Sie war vielmehr ein später Abschnitt einer Biografie, die über Jahrzehnte stark von Straftaten, Gefängnis und öffentlicher Selbstinszenierung geprägt war.

Zuletzt lebte Miehling Berichten zufolge zurückgezogen in Bremen mit seiner Familie. Öffentlich bekannte Informationen über sein Privatleben sind vergleichsweise begrenzt. Medien berichteten, dass er verheiratet war und eine Tochter hatte.

Ronald Miehlings Tod: Woran starb der „Schneekönig“?

Ronald Miehling starb am 1. November 2022 im Alter von 72 Jahren. Seine Familie bestätigte seinen Tod und teilte mit, er sei nach einer kurzen, schweren Krankheit gestorben.

Mehrere Medien berichteten anschließend über eine Krebserkrankung; einzelne Berichte nannten konkret Lungenkrebs. Dabei ist eine sprachliche Unterscheidung sinnvoll: Die Familie bestätigte öffentlich seinen Tod und eine schwere Erkrankung, wollte aber zunächst keine ausführlichen medizinischen Einzelheiten veröffentlichen. Deshalb sollte die genaue Diagnose nicht stärker ausgeschmückt werden, als es die öffentlich belegten Angaben zulassen.

Mit seinem Tod endete eine Biografie, die über Jahrzehnte eng mit der Hamburger Kriminal- und Drogengeschichte verbunden war. Sein ungewöhnlich hoher Bekanntheitsgrad erklärt sich nicht allein aus seinen Straftaten. Entscheidend war auch, dass Miehling später selbst aktiv an der öffentlichen Erzählung seines Lebens beteiligt war – durch Interviews, sein Buch und Dokumentarfilme.

Frequently Asked Questions

1. Wer war Ronald Miehling?
Ronald Miehling, genannt „Blacky“ und „Schneekönig“, war ein Hamburger Kokainhändler und mehrfach verurteilter Straftäter. Besonders bekannt wurde er durch seine Drogengeschäfte in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren sowie durch sein späteres Buch und Dokumentationen über sein Leben.

2. Warum hieß Ronald Miehling „Schneekönig“?
Der Spitzname bezog sich auf seinen Kokainhandel. „Schnee“ ist eine umgangssprachliche Bezeichnung für Kokain. Später verwendete Miehling den Namen auch für sein autobiografisches Buch und andere Projekte.

3. Wann wurde Ronald Miehling geboren?
Ronald Miehling wurde am 12. Juli 1950 in Hamburg geboren.

4. Wie lange saß Ronald Miehling im Gefängnis?
Er verbrachte über mehrere Verurteilungen hinweg einen erheblichen Teil seines Erwachsenenlebens im Gefängnis. Je nach Zeitpunkt der Berichterstattung werden unterschiedliche Gesamtdauern genannt; spätere Medienberichte sprechen von mehr als 30 Jahren.

5. Wann kam Ronald Miehling zuletzt aus dem Gefängnis?
Seine letzte längere Haftzeit endete im Oktober 2016. Er war damals 66 Jahre alt.

6. Gibt es ein Buch über Ronald Miehling?
Ja. Seine autobiografische Lebensgeschichte heißt „Schneekönig: Mein Leben als Drogenboss“ und entstand unter Mitwirkung von Helge Timmerberg. Die Originalausgabe erschien 2003; eine Rowohlt-Taschenbuchausgabe folgte 2004.

7. Wann und woran starb Ronald Miehling?
Miehling starb am 1. November 2022 mit 72 Jahren. Seine Familie sprach von einer kurzen, schweren Krankheit. Medien berichteten über eine Krebserkrankung und teilweise konkret über Lungenkrebs.

Conclusion

Ronald Miehling war weit mehr als nur der Mann hinter dem Schlagwort „Schneekönig“. Seine Geschichte umfasst frühen schweren Raub, eine Verurteilung wegen fahrlässiger Tötung, internationalen Kokainhandel, die Flucht nach Südamerika, wiederholte Verurteilungen und Jahrzehnte im Gefängnis. Gleichzeitig verstand Miehling es später, seine Vergangenheit durch ein autobiografisches Buch, Interviews und Dokumentarfilme selbst öffentlich zu erzählen.

Gerade deshalb lohnt sich bei seiner Biografie eine klare Trennung zwischen gerichtlich belegten Ereignissen, journalistisch dokumentierten Fakten und Miehlings eigener Darstellung. Gesichert ist: Ronald Miehling wurde 1950 in Hamburg geboren, gehörte zeitweise zu den bekanntesten Kokainhändlern der Stadt, wurde mehrfach zu langen Haftstrafen verurteilt, kam 2016 letztmals frei und starb am 1. November 2022 im Alter von 72 Jahren. Wer sich weiter mit seiner Geschichte beschäftigt, sollte besonders bei spektakulären Geschichten aus dem Hamburger Unterweltmilieu darauf achten, was tatsächlich belegt und was Teil der späteren Legendenbildung ist.

By Katharina Richter
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Katharina Richter ist eine deutsche Autorin bei trendmagazines.de, wo sie mit einem sicheren Gespür für aktuelle Entwicklungen über Trends, Lifestyle und gesellschaftliche Themen schreibt. Ihr Schreibstil ist frisch und mitreißend, wodurch sie Leserinnen und Leser mühelos für neue Themen begeistert. Katharina verbindet ein waches Auge für das, was gerade relevant ist, mit sorgfältiger Recherche, sodass ihre Artikel stets informativ, unterhaltsam und auf dem neuesten Stand sind.
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